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DFB, Steuerhinterziehung und Gemeinnützigkeit

Zum Vorwurf der Steuerfahndung, der DFB habe Steuern hinterzogen, erklärt Lisa Paus, steuerpolitische Sprecherin von Bündnis 90/ Die Grünen, am 10.03.2017:

 

Steuerhinterziehung dient nicht der Allgemeinheit

 

Es ist ein Skandal, wenn sich der Verdacht bestätigt, dass der DFB Steuern hinterzogen hat. Denn der DFB genießt mit der Gemeinnützigkeit ein großes steuerliches Privileg. Dies bekommt nur, wer sich dem selbstlosen Dienst an der Allgemeinheit verpflichtet. Steuerhinterziehung dient aber nicht der Allgemeinheit – Steuerhinterziehung ist Betrug an der Allgemeinheit.

Der Fall DFB zeigt erneut: Wir brauchen ein öffentliches Gemeinnützigkeitsregister, das Organisationen wie den DFB transparent macht. Dort sollten große gemeinnützige Vereine ihre Finanz- und Jahresberichte einstellen. Dann wäre es möglich, eine saubere Trennung von ehrenamtlichen und kommerziellen Bereich zu kontrollieren.

Denn der DFB ist kein normaler gemeinnütziger Verein. Der DFB bezieht jährliche Millionen-Einnahmen aus TV- und Lizenzrechten. Er besitzt Immobilien, Grundstücke, Parkhäuser. Aber anders als ein mittelständisches Unternehmen muss er als gemeinnütziger Verein seine Finanzen nicht offenlegen.

Bestätigt sich der Verdacht der Steuerhinterziehung, dann ist der nachträgliche Entzug der Gemeinnützigkeit absolut richtig. Denn selbstverständlich muss sich ein gemeinnütziger Verein an die Rechtsordnung halten. Mit bis zu 25 Mio. € Nachzahlung für den Verlust der Gemeinnützigkeit allein im Jahr 2006 käme das den DFB dann zurecht teuer.

Zum Download PM DFB