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Berlin Vorreiter bei Divestment: Trend zu nachhaltigen Investitionen und Kohleausstieg

 Zur Veröffentlichung des Marktberichtes «Nachhaltige Geldanlagen 2017» des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG e.V.) und der Beratung des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Finanzwende einleiten – Öffentliche Gelder nachhaltig anlegen“ im Plenum des Bundestages, erklärt Lisa Paus, Sprecherin für Steuerpolitik am 1. Juni 2017:

 

„Die Klimakrise darf nicht blind weiter finanziert werden. Dafür brauchen wir dringend mehr Transparenz auf dem Finanzmarkt. Staatliche und private Anleger sollten wissen, wohin ihr Geld fließt und welche Auswirkungen ihre Investitionen haben.

Der rot-rot-grüne Senat in Berlin macht vor, wie die ökologische Finanzwende geht: Durch den ethisch-ökologischen Aktienindex werden die Rücklagen des Landes zukünftig ausschließlich in nicht-nukleare und nicht-fossile Anlagen investiert. Nur so kann der Staat verhindern, dass er Investitionen fördert, die seine eigenen klimapolitischen Ziele untergraben. Andere Länder sollten diesem Beispiel schnell folgen.“

 

Hintergrund

Der neu veröffentliche Marktbericht Nachhaltige Geldanlagen 2017 zeigt, dass nachhaltige Investitionen in Deutschland weiter wachsen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Anlagen um 15 Prozent auf knapp 157 Milliarden Euro angewachsen.

Mit dem neuen ethisch-ökologisch Aktienindex geht der rot-rot-grüne Senat mit gutem Beispiel voran. Bundesweit gehört Berlin damit zu einem der ersten Bundesländer, welches die Anlagen seiner Mittel an einem solchen Nachhaltigkeitsindex ausrichtet. Der Index hat bereits überregionales Interesse ausgelöst. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben im vergangenen Jahr ähnliche Beschlüsse verabschiedet, sind bis heute aber untätig geblieben. Der ethisch-ökologische Aktienindex steht auch anderen Bundesländern, Städten und Kommunen offen, um damit Investitionen an nachhaltigen Kriterien auszurichten.

Die Bundesbank verwaltet die Pensionen der Länder und legt das Geld des Landes Berlin nach den gewünschten Kriterien an.  Bei den für das Land Berlin anzulegenden Mitteln handelt es sich um Geld aus dem Sondervermögen „Versorgungsrücklage des Landes Berlin“. Es umfasst aktuell insgesamt rund 823 Millionen Euro. Nach den gegenwärtig noch geltenden Anlagerichtlinien können bis zu 15 Prozent der Mittel in Aktien angelegt werden. Perspektivisch soll dieser Anteil auf bis zu 25 Prozent erhöht werden.

Mehr als vier Milliarden Euro sind in den Bundesländern für Versorgungsrücklagen der Beamtenpensionen angelegt. Im Juli 2016 deckte investigative Journalisten-Netzwerk Correctiv auf, dass sieben Bundesländern – unter anderem Bayern, Sachsen-Anhalt und Brandenburg -klimaschädliche Investitionen in Höhe von fast 400 Millionen Euro getätigt hatten.

PM Divestment zum Download