In, aus und für Berlin.

Spiegel Berlins – Mein #Bezirkstag in Mitte

Mitte wird von vielen als das pulsierende Herz und gleichsam Spiegel von ganz Berlin wahrgenommen. Neben solider Wirtschaft und innovativen Start-ups gehören auch große soziale Herausforderungen dazu. Gemeinsam mit den Direktkandidat*innen besuche ich diese „Grüne Mitte“ an unserem #Bezirkstag, der auch zu einer kulinarischen Rundreise werden wird.

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Chancen für benachteiligte Schüler*innen – Quinoa-Bildung in Gesundbrunnen

Von der Schule meines Sohnes aus mache ich mich auf den Weg zu einem Bildungsort, der sich für die Chancengerechtigkeit von Jugendlichen stark macht, die vornehmlich aus Familien kommen, die auf Hartz IV angewiesen sind. An der Quinoa-Schule erwartet mich Jenny Neubert, schulpolitische Sprecherin der BVV-Fraktion. Wir sind beeindruckt vom Konzept und dem übergroßen Engagement der Lehrer*innen, Mentor*innen und des Trägers, der die private Schule aus Spenden und Fördermitteln aufbaut. Die Jugendlichen profitieren von der individuellen Förderung und den gemeinsamen Aktionen in der Schule. Eine Perspektive, die Berlins Schüler*innen dringend brauchen, denn Armut ist allzu häufig mit schlechteren Bildungschance, aber auch gesundheitlichen Risiken und weniger Teilhabe verbunden. Und leider ist Berlin die Hauptstadt der Kinderarmut.

Jenny Neubert, Azra Charbonnier (Quinoa-Schule) und Lisa Paus - Die Finanzierung braucht weitere Unterstützung.
Jenny Neubert, Azra Charbonnier (Quinoa-Schule) und Lisa Paus – Die Finanzierung braucht weitere Unterstützung.

Auf ihrer Website finden sich alle Informationen zu den Förderern der Quinoa-Schule und den Möglichkeiten selbst zu spenden. Jenny und ich haben uns auch schon um Informationen über geeignete Förderprogramme der EU gekümmert.

Frauenpower – Unternehmerinnen-Frühstück in Mitte

Weiter geht es zu Evas Arche. Während unsere (männlichen) Mitarbeiter draußen warten, genießen Ramona Pop und ich unser Frühstück mit Gründerinnen und Unternehmerinnen und diskutieren Fragen zur Existenzgründung in Berlin. Die kluge Beratung bei der Entwicklung individueller Gründungsideen, bei Finanzierung und Förderung bspw. durch die Jobcenter ist vorbildhaft und stärkt die Frauennetzwerke, die in einer männerdominierten Gründerszene sehr wichtig sind. Solche Mentoring-Programme ebnen den Weg und erleichtern die Gründung. Berlin bietet das passende Umfeld für Gründerinnen. Ramona und ich verdeutlichen, dass wir Grüne diese Kultur der Selbständigkeit und auch der zweiten Chance einer Gründung stärken und auch sozial absichern werden.

Ramona Pop und Lisa Paus - Erfolgreiche Wirtschaft braucht starke Frauen.
Ramona Pop und Lisa Paus – Erfolgreiche Wirtschaft braucht starke Frauen.

Hilfe für Kinder in Not – SOS-Kinderdorf in Moabit

Nach dem Frühstück folgt das Mittagessen. Auf dem Weg ins SOS-Kinderdorf wird wieder offensichtlich, wie dringend und hoch der Bedarf ist und wie hoch das soziale Engagement in unserer Stadt ist: der Neubau der „Botschaft für Kinder“ in der Lehrter Straße hat begonnen und kommt gut voran. Hier werden Kinder, Jugendliche und ihre Familien bald Beratung und Hilfe finden; die Botschaft wird aber auch Fanal sein für die wachsende Ungleichheit, Armut und soziale Problemlage in Berlin.

Das SOS-Kinderdorf in der Waldstraße beeindruckt mit seiner Offenheit – in der Architektur und im Konzept. Hier erfahren Kinder, deren Familien sich wegen Sucht, Gewalt, Armut oder Überforderung nicht oder nicht allein um sie kümmern können, Geborgenheit, Schutz, Selbstwirksamkeit und eine Förderung, die von der hauseigenen Kita über Schulbetreuung bis hin zu Vermittlung in Ausbildung und Beruf reicht. Die Kooperation mit der BSR beispielsweise ermöglicht Jugendlichen den Einstieg ins Berufsleben. Ich erinnere mich an mein FSJ in einem Kinderheim, aber die ganzheitliche Unterstützung im SOS-Kinderdorf ist damit nicht zu vergleichen.

SOS Kinderdorf - Mittagessen mit Marc Urbatsch und Barbara Winter
SOS Kinderdorf – Mittagessen mit Marc Urbatsch und Barbara Winter

Übrigens: Das Essen schmeckt und alle im Kiez können davon profitieren, denn die Kantine steht allen Gästen offen.

Der anschließende Spaziergang führt Marc Urbatsch und mich über die Waldstraße, deren tolle Bürger*innen-Initiative an der Gestaltung kräftig mitarbeitet. Nachbarschaftstreffen, Straßenfeste und Kreativtreffen stärken den vielfältigen interkulturellen Zusammenhalt und machen aus einer Wohn- und Gewerbestraße ein gemeinsames Erlebnis. Unser Verdauungsspaziergang endet im Café Garcia.

Rundgang durch die Waldstraße - Marc Urbatsch und Lisa Paus im Gespräch mit Axel Kujus
Rundgang durch die Waldstraße – Marc Urbatsch und Lisa Paus im Gespräch mit Axel Kujus

 

Zeit und Raum für Jugendliche – Treffpunkt Kluckstraße in Tiergarten

Auch im Anschluss an den Kaffee bleibt die Entwicklung von Jugendlichen im Blickpunkt unseres grünen Bezirkstags. Der Treffpunkt Kluckstraße von FIPP e. V. bietet Raum für Spiel, Sport, Kreativität und Abenteuer. Raum ja, Räume nicht immer, warten die Kinder und erwachsenen Begleiter*innen doch seit einiger Zeit auf die Neugestaltung des Hauptgebäudes. Berlin hat auch kleine Bauruinen zu bieten, wovon ja auch eine Vielzahl von Schulen ein Lied singen kann. Mit Tilo Siewer und dem Team der Kluckstraße erlebe ich den weitläufigen Stadtgarten, lerne die Angebote kennen und diskutiere dann ein „Abenteuer“, das Kinder und Jugendliche nicht machen sollten…

Mit Weitblick für Kinder und Jugendliche - Baumhaus in der Kluckstraße
Mit Weitblick für Kinder und Jugendliche – Baumhaus in der Kluckstraße

…Der benachbarte Magdeburger Platz und die naheliegende Kurfürstenstraße ist ein Hotspot des Straßenstrichs in Tiergarten. Und trotz Zaun nutzen Sexarbeiterinnen und Freier immer wieder den Garten. Die Haltung des Teams ist keineswegs gegen die Frauen gerichtet, die allzu häufig aus Osteuropa stammen, die Sprache kaum sprechen und sicher nicht hochbezahlte Sexarbeiterinnen sind. Aber das Team fordert zu Recht ein Konzept ein, um Straßenstrich und Jugendzentrum auseinander zu halten. Für beides braucht es eine angemessene Lösung.

Zum Abschluss laden Tilo und ich die Kinder und Jugendlichen zu einem Gegenbesuch im Bundestag am 13. Oktober ein.
FIPP e. V. hat dieses Video von unserem Besuch gedreht:

Lisa Tilo mit Seilen

Lebensfreude pur – Wahlkampf auf dem Hackeschen Markt

Fröhlich geht es auch weiter. Am Hackeschen Markt wartet schon unsere Direktkandidat*in Silke Gebel auf mich. Sie kommt von ihrem Wahlkampfstand. Gemeinsam besuchen wir eine nahegelegene Seniorenresidenz. Nach dem nicht öffentlichen, aber umso spannenderen Austausch ziehen wir über den Hackeschen Markt.

Wahlkampf auf dem Hackeschen Markt mit Silke Gebel, MdA
Wahlkampf auf dem Hackeschen Markt mit Silke Gebel, MdA

Hier pulsiert das Leben – vor allem das touristische. Es ist auch dieses Bild eines weltoffenen Berlins, das wir Grüne vertreten und gegen die Miesmacher, Reaktionären, Nationalisten und Rassisten verteidigen. Danke an Silke, es hat viel Spaß gemacht.

Abendessen im Krematorium – Standortgemeinschaft Müllerstraße im Wedding

Gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit setzt sich auch Daniel Gollasch. Er engagiert sich für den Wedding und kämpft wie alle grünen Kandidat*innen um das Direktmandat.

Abendessen mit Unternehmer*innen der Standortgemeinschaft Müllerstraße und Daniel Gollasch
Abendessen mit Unternehmer*innen der Standortgemeinschaft Müllerstraße und Daniel Gollasch

Auf den Snack am Hackeschen Markt folgt das Abendessen in einer Location, die auch den Wandel in Berlin zeigt: im ehemaligen Krematorium befinden sich nicht nur Kunst und Kultur, sondern auch das alternative Restaurant Moos. Hierhin hat die Standortgemeinschaft Müllerstraße zum Kennenlernen eingeladen. Im Gespräch mit den Unternehmer*innen wird die große Chance im Wedding deutlich: multikulturelle Wirtschaft ist ein wichtiger Standortfaktor. Die Müllerstraße ist ein Beispiel für die Entwicklung „Aktiver Stadtzentren“. Berlin hat – auch auf Druck der Grünen – viele Weichen gestellt, die Eigenverantwortung solcher Unternehmensnetzwerke zu fördern.

 

Ich wünsche unseren Direktkandidat*innen in Mitte viel Erfolg für ihren weiteren Wahlkampf.