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Fast jede zehnte Eisenbahnbrücke in Berlin ist baufällig

 

Zu den neuen Zahlen, die das Bundesfinanzministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen herausgegeben hat, erklärt Lisa Paus, Berliner Bundestagsabgeordnete für Bündnis 90/Die Grünen am 15.Mai 2017:

 

„Fast jede zehnte Eisenbahnbrücke in Berlin ist baufällig. Das ist alarmierend. Für die ökologische und sozial nachhaltige Entwicklung der Stadt ist ein gut funktionierender öffentlicher Personennahverkehr zentral. Wie wir das so oft bei Verkehrsminister Dobrindt erleben, wurde der Verfall der Infrastruktur nie zur Chefsache gemacht.

Der Bund muss jetzt seiner Pflicht nachkommen und ausreichend Geld für die Sanierung der Verkehrsinfrastruktur bereitstellen. Die bröckelnden Brücken müssen schnell instand gesetzt werden. Nur so schaffen wir es, dass der Nahverkehr in Berlin in den nächsten Jahren ausgebaut und neue Stadtgebiete außerhalb des Innenstadtrings erschlossen werden können.“

Eine Kleine Anfrage der grünen Bundestagsabgeordneten Lisa Paus, Stephan Kühn und Matthias Gastel hat ergeben, dass fast die Hälfte (46%) aller Brücken in Berlin älter als 80 Jahre (Baujahr vor 1937).  Der Anteil von Brücken der Kategorie 4 ist in Berlin (8,0 %) im Vergleich zu anderen Bundesländern extrem hoch. In anderen Bundesländern ist der Anteil der maroden Brücken wie folgt: Sachsen 3,1%, Bayern 3,2%, Schleswig-Holstein 4%, Baden-Württemberg 3,6%, Niedersachsen 3,6%, Hessen 3,8%, Nordrhein-Westfalen 5,5%, Rheinland-Pfalz 6,1%.

Die älteste Brücke in Kategorie 4 liegt beim Bahnhof Berlin-Köpenick (S3, RE1) (52.459278, 13.576500) und ist 115 Jahre alt – Baujahr 1902. Ein Problembahnhof ist die Yorckstraße mit 5 maroden Brücken: 4 Brücken auf der Strecke der S2 – Alter 97, 100, 103 und 105 Jahre (52.492333, 13.372111). Eine Brücke auf der Strecke der S1 – Alter 107 Jahre (52.491556, 13.366944).

Für Berlin sind diese Zahlen besonders brisant, zieht doch jede Brücke, die ausfällt oder neu saniert werden muss, Störungen im S-Bahn Verkehr nach sich.

 

Die Antwort des Bundesfinanzministeriums im Original auf unsere Kleine Anfrage plus eine Auswertung dazu finden Sie auf der Webseite von Lisa Paus unter dem Navigationspunkt Presse.