In, aus und für Berlin.

Xhain, ein Wegbereiter – Mein #Bezirkstag in Friedrichshain-Kreuzberg

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist bekannt für die gelebte Vielfalt und gilt vielen Berliner*innen als das schlagende Herz von Berlin - eine große Bandbreite an kreativen Möglichkeiten und politischer Inspiration. Gemeinsam mit Canan Bayram, der Direktkandidatin für Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauerberg Ost, beginnt unser Bezirkstag am 18. Juli 2017, in der Simon-Dach-Str.

Die Sonne scheint. Umso mehr freut es mich gemeinsam mit Canan Bayram heute auf dem Fahrrad unterwegs zu sein.

Unternehmer*Innen Frühstück im Kaffeehaus Kuchenrausch

Friedrichshain-Kreuzberg bildet nun den Abschluss meiner #Bezirkstags-Tour durch die Berliner Bezirke vor den Sommerferien. Natürlich beginnt mein Tag mit einem Frühstück in großer Runde. Es ist immer wieder aufs Neue spannend, unterschiedliche Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen kennen zu lernen. Die Verkehrswende ist genauso Thema wie die ungebremst steigenden Gewerbemieten in Berlin, die insbesondere soziale Träger vor große Herausforderungen stellen.

Kiez für alle, nicht nur Touristen – Die Anrainer

Angeregt erzählt uns die Sprecherin für die Anrainer Initiative, Karola Vogel, wie es abends in dem belebten und touristisch „belagerten“ Kiez zu geht. Sie berichtet, dass sich viele Anwohner*innen im Bezirk von den Problemen, die sich aus der Touristifizierung ergeben, enorm gestört fühlen.
Die Simon-Dach-Straße ist vor allem bei Partygänger*innen stark nachgefragt. Neben den direkten Beeinträchtigungen wie „Übernutzung des öffentlichen Raums, nächtlicher Lärm, Müll, Verwahrlosung, aber auch gestiegene Kriminalität und offener Drogenhandel“, habe sich in dem Wohnviertel die Gewerbe- und Einzelhandelsstruktur sehr stark verändert. Angebote, die den alltäglichen Bedarf von Anwohner*innen abdecken, werden verdrängt. So finden die Anrainer beispielsweise keinen Schuster, Kopierladen und Handwerksbetrieb mehr. Auch für soziale Einrichtungen, wie Kitas und Nachbarschaftstreffs wird es immer enger, die Gewerbemieten sind stark angestiegen. Gleichzeitig haben sich hier sehr viele Gaststätten und Clubs angesiedelt, mithin kann niemand mehr von einer Gewerbevielfalt zu sprechen, da sich gastronomische Monostrukturen im Stadtteil etabliert haben.

Wenn es um „Touristifizierung“ geht, gibt es auch wirklich kein Grund, fröhlicher drein zu blicken.

#StarkeFrauen – Frieda Frauenzentrum

Symphatisch werde ich von der Leiterin des Frieda Beratungszentrums für Frauen, Steffi Lehnhardt, empfangen. Sie erzählt mir über die Entstehung der 1989 gebildeten Frauen-Bürger*innen-Bewegung, die ein neues Forum zum Thema „Frauen im Friedrichshain“ entwickelte und seitdem in Kreuzberg existiert.
Heute organisiert das Frauenzentrum verschiedene Veranstaltungen und politische Aktionen für Frauen. Außerdem bietet es Beratung in diversen Feldern zum Thema Frauen, Diversität, Gender, und soziale Gerechtigkeit an. Die Beratungsangebote umfassen die Felder: Arbeitslosigkeit, Frauen und Arbeit, Mietberatung, Psychologische und Psychosoziale Beratung, Rechtsinformationen, Stalking und Systemische Beratung/Therapie. Oder kurz: Feminismus starker Frauen.

Hier wird für #StarkeFrauen und #KeineFamiliezweiterKlasse gekämpft.

Inklusion machen, nicht davon reden – Die Imaginäre Manufaktur (DIM)

Bei Kaffee und Kuchen unterhält es sich einfach besser.

Die Imaginäre Manufaktur ist ein Verein der in den 1990er Jahren aus einer Selbsthilfebewegung entstanden ist und bis heute im Sinne der Selbsthilfe und Selbstrepräsentation ehrenamtlich geleitet wird. Die Mitarbeiter*innen sind ehrenamtlich in diversen Projekten tätig. Sie steht allen Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen oder chronischen Krankheiten offen, die sich für die Selbstbestimmung ihres eigenen Lebens und anderen Menschen mit Behinderung einsetzen wollen. Anfangs gestalteten die Designer neue Produkte, die in den Werkstätten von blinden und sehbehinderten Menschen hergestellt wurden. Auf diese Weise entstand eine umfangreiche Kollektion von außergewöhnlichen Bürsten- und Flechtprodukten, die weit über Berlin und Deutschland hinaus Popularität erlangt haben. Seit 2005 wird das Projekt DIM von der Union Sozialer Einrichtungen (USE) gGmbH getragen. Die DIM-Produkte werden im traditionellen Handwerk, gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderung vor Ort gemeinsam hergestellt. In einer Mischung aus Café und Laden zeigt die USE gGmbH die DIM-Produktlinie in der Kreuzberger Oranienstraße. Die über hundertjährige Regalwand steht mittlerweile unter Denkmalschutz. Sie bietet eine sehenswerte Kulisse für die DIM-Produkte. Begeistert schaue ich mir die bunten Werke an, sie sind wunderschön.

Es wird sogar getöpfert.
Außerdem gibt es hier die schönsten Papiererzeugnisse.

Über unseren Besuch wurde von DIM ein Bericht verfasst. Vielen Dank dafür!

Antisemitismus? nie wieder! – KIgA Berlin

Nach einem Rausch der bunten Farben und ausgefallenen Muster treffe ich Aycan Demirel, den Leiter von KIgA e.V., einem Bildungsträger der innovative Konzepte für die pädagogische Auseinandersetzung mit Antisemitismus und Anti-Muslimischen Rassismus in der Migrationsgesellschaft entwickelt. Seit 2003 erarbeitet die KIgA modellhafte und lebensweltlich orientierte pädagogische Ansätze und Materialien für die politische Bildung und Praxis. Die Kiga macht komplexe und politisch relevante Narrative zum Herzensthema. Sie ist in vielfältigen Bereichen der politischen Bildungsarbeit aktiv. Ihre Zielgruppe ist die Migrationsgesellschaft. Ihr spezifischer Schwerpunkt ist die Arbeit mit muslimisch sozialisierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen, erzählt uns Herr Demirel. Das KigA-Team arbeitet interdisziplinär und setzt sich zusammen aus Menschen unterschiedlichster Herkunft. Bundesweit unterstützt die KIgA mit Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen Interessierte aus Bildung und Zivilgesellschaft. Sie qualifizieren Multiplikatoren*innen, gestalten wissenschaftliche Diskurse aktiv mit und bieten Expertisen und Beratungen für den Bildungsbereich, für Politik und Gesellschaft an.

Während des Besuchs berichtet uns Aycan Demirel über die am selben Tag stattgefundene Fachtagung zum Thema „Religion als Gegenstand und Herausforderung der Politischen Bildung“: Muslime*innen“ in Deutschland werden immer häufiger auf Grundlage eines islamfeindlichen und antimuslimischen Ressentiments als rückständig, fundamentalistisch und bedrohlich etikettiert und als Problem für das politische Gemeinwesen angeprangert. Parallel dazu erreichen die Terroranschläge sich als islamisch verstehender Organisationen auch Europa und Deutschland an und stellen ein reales politisches Problem dar und deshalb hat sich die Fachtagung diesen Themen und Herausforderungen für die politische Bildungsarbeit gewidmet.

Zur Sprache kam aber auch die aktuelle Lage in der Politik. Die klare Haltung war sehr beeindruckend. #FreeDeniz #FreeMesale #Freethemall
Aycan Demirel berichtet Canan Bayram und Lisa Paus von seiner Arbeit.

Gemeinsam stark – Türkischer Bund in Berlin Brandenburg e.V. (TBB)

Ein spannender und politisch erkenntnisreicher Tag nähert sich dem Ende. Unsere vorletzte Station ist der Besuch beim TBB, dem überparteilichen Dachverband von Organisationen und Einzelpersonen. „Merhabe, TBB kurumuna hoş geldiniz“, „Hallo und herzlich Willkommen zu unserer Türkischen Gemeinde Berlin Brandenburg, wir freuen uns sie hier begrüßen zu dürfen, Frau Paus.“
Mit diesen netten Worten werde ich herzlich von dem Verbandssprecher Fuat Şengül am Moritzplatz begrüßt. Nach dem Rundgang durch die Räumlichkeiten und Beratungszimmer des TBB setzen wir uns zu einem belebenden türkischen Tee zusammen und tauschen uns über gesellschaftliche und politische Themen aus. Der TBB besteht derzeit aus 37 Mitgliedsorganisationen und 86 Einzelmitgliedern.

In der Satzung des TBB heißt es: „Wir türkeistämmigen Menschen sind uns bewusst, dass wir die Zukunft in Berlin und in der Bundesrepublik Deutschland als gleichberechtigter Teil der Gesellschaft mitgestalten werden. Wir setzen uns in unserer vielfältigen Gesellschaft für die Akzeptanz und Wertschätzung unterschiedlicher Identitäts- und Lebensentwürfe ein. Allen Formen des Rassismus´ und jeglicher Diskriminierung auf Alltags-, institutioneller und struktureller Ebene treten wir entschieden entgegen. Mit dieser Vereinigung wollen wir auf rechtlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene unsere sogenanneten Minderheitenrechte einklagen, sowie Chancengleichheit und Teilhabemöglichkeiten in allen Lebensbereichen einfordern.“

Sehr beispielhaft und wichtig finde ich die Arbeit des TBB, da sie sich gestärkt, selbstbewusst und partizipatorisch auf den Weg gemacht haben und sich als Expert*innen der Migrationsgesellschaft politisch und sozial engagieren.
Ihr größtes Ziel ist es, die Gleichstellung und die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund und ihrer Rechte umzusetzen.
Desweiteren möchten sie das gleichberechtigte, diskriminierungsfreie Zusammenleben in Deutschland fördern. Wir finden eine Menge gemeinsame Visionen und ich freue mich auf die zukünftige Zusammenarbeit und den Austausch.

Im Laufe des Jahres folgen noch weitere Treffen mit dem TBB. Auf dem Bild (von links): Canan Bayram, Fuat Şengül, Fatma Celik, Lisa Paus, Ayşe Demir, Remzi Uyguner und Celal Altun.

Wahlkampfstand am Heinrichplatz

Das Ende des Bezirkstags ist der Beginn des Bundestagswahlkampfes 2017. Mit einem Stand am Heinrichplatz stimmen wir uns mit Canan Bayram schon einmal für die kommenden Monate ein. Bundestagswahl 2017, es kann los gehen.

Erststimme: Bayram! Zweitstimme: Grün! Wahlkampf mit  Canan Bayram, Joachim Kirschstein, Vasili Franco und Laura Sophie Dornheim.