In, aus und für Berlin.

Sozialen Wohnungsbau fördern

Die Wohnungsnot in Berlin lässt sich nur nachhaltig beheben, wenn uns ein Aufbruch für bezahlbares Wohnen gelingt. Solange die Nachfrage nach günstigen Wohnraum das Angebot deutlich übersteigt, werden Mietpreissteigerungen und soziale Verdrängung nicht in den Griff bekommen zu sein.

Dramatischer Verlust von Sozialwohnungen

Der Mangel an günstigen Wohnraum kam weder über Nacht noch überraschend. Ende der 1980er Jahre – vor Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit – machten Sozialwohnungen noch 30% des Gesamtmietwohnungsbestands in Deutschland aus. Seitdem sind über eine Millionen Sozialwohnungen verloren gegangen.

In Berlin ist der Bestand an gebundenen Mietwohnungen von 339.828 Wohnungen 1988 um zwei Drittel auf 116.597 Wohnungen 2016 gefallen. Und die Zahl sinkt immer weiter, denn die Mietpreisbindung der meisten sozial geförderten Wohnungen läuft nach 15 bis 30 Jahren aus.

Privatwirtschaft baut am Bedarf vorbei

Die Privatwirtschaft tut wenig, um diese Verluste auszugleichen. Benötigt werden günstige Mietwohnungen in den Ballungsgebieten. Gebaut werden vor allem Ein- und Zweifamilienhäuser in Kleinstädten und im ländlichen Raum. Sie machen einem IW-Gutachten zufolge 90% des Neubaus in Deutschland aus. In Berlin wurden im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 hingegen nur 25% der benötigten Neubauwohnungen fertig gestellt. Außerdem tendiert die Privatwirtschaft zum Bau  großer und teurer Luxuswohnungen statt günstiger 2 – 4 Zimmer Wohnungen für Rentner, Studierende, Flüchtlinge und junge Familien, die weniger Rendite abwerfen.

Gezielte Förderung von Sozialwohnungen mit der Neuen Wohnungsgemeinnützigkeit

Deshalb wollen wir die Neue Wohnungsgemeinnützigkeit wiedereinführen. Damit wollen wir gezielt diejenigen fördern, die sich nicht an der maximalen Rendite orientieren, sondern dauerhaft günstigen Wohnraum schaffen, der nicht mehr nach 30 Jahren aus der Preisbindung fällt. Ziel ist es in den nächsten zehn Jahren eine Millionen bedarfsgerechte Wohnungen zu bauen und sozial zu binden.

Die Neue Wohnungsgemeinnützigkeit würde allen Bauherren oder Vermietern offen stehen, die bereit sind Wohnungen dauerhaft preisgünstig zu vermieten: Das kann ein kommunales Wohnungsunternehmen sein; aber auch eine Baugruppe, die ein Mehrgenerationenhaus baut, oder der Besitzer einer Zwei-Zimmer-Wohnung in einer Wohnsiedlung, der sich dazu entschließt seine Wohnung sozial zu binden. Diese wollen wir mit Steuererleichterungen und direkten Investitionszulagen von bis zu 20% der Anschaffungs- oder Neubaukosten fördern. Dadurch könnten die Mieten um 15 – 20% gesenkt werden, so dass Wohnungen für kleine bis mittlere Einkommen entstehen.

Zum Weiterlesen

Wie kommt man möglichst schnell zu dauerhaft bezahlbaren Wohnungen? 

Grüner Antrag im Bundestag zur neuen Wohnungsgemeinnützigkeit

Gutachten neue Wohnungsgemeinnützigkeit