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R2G kämpft gegen die Kinderarmut

Kinderarmut ist ein Thema, das mich immer wieder von Neuem empört. In den Koalitionsverhandlungen war mir in der Finanzgruppe besonders wichtig, dass in allen Bereichen, die damit zu tun haben, aufgestockt wird. Zusammen mit Monika Hermann, die den Bereich Kinder und Jugend verhandelt hat, habe ich dazu einen Artikel für den Friedrichshain-Kreuzberger Stachel geschrieben: Was R2G macht, um Familien in Berlin zu helfen.

Den Originalartikel können sie hier lesen.

 

Berlin ist die Hauptstadt der Familien- und Kinderarmut. R2G wird der Armut mit einem ressortübergreifenden Programm auf den Leib rücken – und zwar ganz konkret.

Armut verhindert Lebenschancen. Armut erdrückt Talente und Wünsche, Armut macht krank, Armut schließt aus. Kinder in armen Familien stehen vor Hürden, die sie kaum überwinden können. Familienarmut ist meist migrantisch, weiblich und alleinerziehend. Dieser Zusammenhang ist zutiefst ungerecht.

Unsere Pläne im Einzelnen: Familien, die Kinder erwarten, können umfassend frühe Hilfen erhalten und Familienhebammen in Anspruch nehmen. Der Ersthausbesuch ist nach jeder Geburt sicher gestellt. Ein mobiles Beratungsteam wird auch in Einrichtungen für Geflüchtete im Einsatz sein. Familienservicebüros bieten die Erledigung aller Formalitäten zu Beginn des Lebensweges aus einer Hand. Wer Unterstützung braucht, wird nicht an Sprache scheitern: aufsuchende Hilfe geschieht auch durch interkulturelle Familienbegleiterinnen. Beratungsangebote sollen auf die speziellen Bedürfnisse von Alleinerziehenden und Regenbogenfamilien eingehen.

Der Zugang zur Bildungseinrichtung Kita wird erleichtert. Alle Kinder bekommen zu ihrem ersten Geburtstag einen Kita-Gutschein zugeschickt. Stadtteilmütter/-väter werden die pädagogische Arbeit auch der Kitas unterstützen. Mehr Qualität in den Kitas bedeutet in erster Linie mehr Pädagog*innen für die Kinder: mehr Zeit für die Bedürfnisse der Kinder, mehr Zeit zur Anleitung berufsbegleitender Ausbildung und auch mehr Zeit für die Leitungskräfte für die Beratung der Familien und die Vernetzung im Kiez. Da auch Erzieher*innen prekäre Beschäftigung kennen, verhandelt r2g auf Länderebene für eine Verbesserung des Tarifvertrages. Die Kita wird durch eine passgenaue, flexible Kinderbetreuung ergänzt, die gerade Alleinerziehende so dringend brauchen, um einer existenzsichernden Vollzeittätigkeit nachzugehen.

Beratung, Teilhabe, Investitionen Eine Schlüsselrolle beim „Empowerment“ spielen die Familienzentren, die Rot-Rot-Grün ausbauen wird. Sie beraten niedrigschwellig zu Gesundheit, Kinderbetreuung, Job und Wohnungssuche – und sind lebendiger Treffpunkt im Kiez. Familien brauchen in ihrem Kiez auch anderen und bezahlbaren Wohnraum – ein Schwerpunkt im Wohnungsbauprogramm von r2g. r2g erweitert die Familienkarte. Um die kulturelle und soziale Teilhabe auch Alleinerziehender und ihrer Kinder zu sichern, wird eine Kleinfamilienkarte eingeführt.

200 Millionen Euro wird die Koalition möglichst schnell in Schulbau- und -sanierung investieren. Um Bau und Sanierung zu beschleunigen, soll dies in eine landeseigene Gesellschaft ausgelagert werden. Die Schüler*innen Annika Gerold, Bezirksverordnete und Pädagog*innen werden an jeder Schule von eine*r Sozialpädagog*in unterstützt werden. Eine bessere Bezahlung von Grundschullehrer*innen ist auch eine dringend notwendige Anerkennung ihrer täglichen Leistungen.

Wir sind überzeugt, dass die vernetzten, niedrigschwelligen Angeboten helfen werden, Kinder-und Familienarmut in Berlin zu bekämpfen. r2g wird kontinuierliche Armutsberichte vorlegen, um so zu analysieren, ob und wie die Projekte greifen. An den ganz große Stellschrauben drehen wir gleichzeitig auf Bundesebene. Wir treten im Wahlkampf für eine Kindergrundsicherung mit Wahlrecht und einem Kindergeldbonus gerade für die ärmsten Familien ein. Dieses Familienbudget würde Familien in Deutschland um 10 Milliarden Euro entlasten.

Lisa Paus, Mitglied des Bundestages, und Monika Herrmann, Bezirksbürgermeisterin Friedrichshain-Kreuzberg