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#Familiensplitting öffnet die Schere zwischen Arm und Reich noch weiter

Es ist schön, wenn sich mittlerweile selbst in der Union die Stimmen mehren, dass das Ehegattensplitting als Familienförderung nicht mehr zeitgemäß ist. Aber das Familiensplitting oder Kindersplitting, das jetzt auch die SPD als Alternative empfiehlt, geht leider in die falsche Richtung. Denn unsere kleine Anfrage beweist: auch hier profitieren die einkommensstärksten Familien am meisten.

Wir haben das Finanzministerium letztes Jahr in einer kleinen Anfrage aufgefordert, sämtliche in der Diskussion befindliche Familiensplittingmodelle durchzurechnen. Die Ergebnisse waren eindeutig: Alle Familiensplittingmodelle öffnen die Schere zwischen armen und reichen Familien noch weiter. Das Familiensplitting führt somit ein Problem fort, dass auch dem Kinderfreibetrag inne wohnt: Wer viel verdient, wird viel gefördert. Wer wenig verdient, erhält wenig. Und wer nichts verdient, der hat vom Familiensplitting gar nichts.

Der Grundgedanke, die Kinderförderung umzubauen und aus dem Ehegattensplitting auszusteigen, um die Diskriminierung von unverheirateten Eltern und Alleinerziehenden zu beenden ist richtig. Denn schließlich gehen vier Millionen Familien deshalb beim Ehegattensplitting leer aus. Das Familiensplitting ist als Alternativmodell dafür aber der falsche Weg. Zwar profitieren davon auch gut verdienende Unverheiratete und Alleinerziehende mit Kind, aber es verschärft die schon bestehenden Ungleichheiten.

Deshalb schlagen wir Grünen für den Systemwechsel weg vom Ehegattensplitting das grüne Familienbudget vor: Das bedeutet Kindergrundsicherung für alle Kinder plus Kindergeldbonus für die Geringverdiener-Familien plus höhere Kinderregelsätze für Familien, die auf Hartz IV angewiesen sind. Kombiniert wird das mit Individualbesteuerung und höheren Grundfreibeträgen.

Das Familienbudget soll für Alleinerziehende wie unverheiratete Eltern wie für Neuehen gelten. Bestehende Ehen dürfen das Ehegattensplitting behalten, sie dürfen aber auch in das Familienbuget-System wechseln. Da das Familienbudget für zwei Drittel der Familien die günstigere Option ist, werden dies auch viele tun.  Das heißt: Mit dem grünen Familienbudget würde es keiner Familie schlechter gehen, aber sehr vielen besser.

Vom grünen Familienbudget würden ausgleichenderweise besonders die Familien mit geringem und mittlerem Einkommen profitieren. Familien würden um 12 Milliarden € entlastet. Das Familienbudget ist damit die deutlich sozial gerechtere Alternative für den Ausstieg aus dem Ehegattensplitting.

 

Die Kleine Anfrage zu den Familiensplitting-Modellen mit Berechnungs-Anhang und Auswertung und die dazu gehörige Pressemitteilung

finden Sie gesammelt unter dem Navigationspunkt Presse.