In, aus und für Berlin.

Für Familienvielfalt

Kinder sind ein großes Glück: Sie halten auf Trab, bringen zum Lachen und Weinen, sorgen für lebenslange Veränderung. Leider sind Kinder aber auch für viele Familien ein hohes Armutsrisiko. Und das obwohl Deutschland im internationalen Vergleich nicht wenig ausgibt für Familienförderung. Der Grund dafür ist: Die staatliche Familienförderung erreicht viele Familien gar nicht. Sie wird nämlich vor allem über das Ehegattensplitting verteilt. Familien ohne Trauschein oder Alleinerziehende gehen deshalb leer aus. Wir Grünen halten das für antiquiert und ungerecht. Es braucht neue, zeitgemäße Fördermodelle. Wir wollen Kinder unterstützen, egal welches Lebensmodell ihre Eltern gewählt haben: ob sie verheiratet, geschieden, neu liiert, verpartnert oder alleinerziehend sind.

Foto: life_is_live_photocase.com

Keine Familien zweiter Klasse

Deshalb wollen wir eine gerechte Förderung für alle Kinder etablieren. Ich glaube, dass die Kindergrundsicherung das beste System dafür wäre. Gerade für Alleinerziehende wäre eine Kindergrundsicherung ein großer Fortschritt. Fast 40% der Alleinerziehenden sind auf Hartz IV angewiesen. Das ist eine der Hauptursachen der Kinderarmut. Mit einer Kindergrundsicherung würde jedes Kind den gleichen Förderanspruch haben: eine Art deutlich erhöhtes Kindergeld für alle. Das halte ich für gerechter als einen prozentualen Kinderfreibetrag, bei dem diejenigen, die viel verdienen, auch besonders viel vom Staat bekommen. Das Ehegattensplitting würde nicht ganz verschwinden, aber es sollte größtenteils ersetzt werden durch eine Förderung, die allen Familien mit Kindern zugute kommt.

http://gruene-berlin.de/sites/gruene-berlin.de/files/beschluss_berlin_als_stadt_fuer_familien_0.pdf

Gute und flexible Kinderbetreuung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Mangelhafte Kinderbetreuung ist ein großes Problem für arbeitende Eltern. Es fehlt in den Kitas oft an ausreichendem, qualifizierten Fachpersonal. Damit Alleinerziehende oder Schichtarbeiterinnen mit Kindern einen Existenz sichernde Arbeitsstelle annehmen können, braucht es aber auch eine flexible Kinderbetreuung. Die 24-Stunden-Kita, die von der Großen Koalition in Berlin favorisiert wird, halte ich für eine vergleichsweise schlechte Lösung. Sie ist eher nach den Bedürfnissen der Wirtschaft als denen der Kinder konzipiert. Gerade kleine Kinder brauchen feste Bezugspersonen, denen sie vertrauen. Nach vielen Gesprächen mit Eltern und Verbänden trete ich für ein Modulsystem der flexiblen und guten Kinderbetreuung ein:

  • Eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten von Kitas
  • Mehr Betriebskitas, die an betrieblichen Arbeitszeiten angepasst sind
  • Die Erweiterung des Tagesmütter/-elternsystems in die Abend- und Nachtstunden hinein, inklusive Bringdienst und Notfallbetreuung im Krankheitsfall.

Erst durch eine Familienförderung, die alle Kinder erreicht, und durch eine hochwertige, flexible Kinderbetreuung werden wir der heutigen Lebensrealität von Eltern und Kindern gerecht.